Wie Bildung vererbt wird

Wie Bildung vererbt wird

Bildung sichert Zukunft, entwickelt Persönlichkeiten und ist gleichermaßen wichtiger Bestandteil der Frage: Wie kann und wird die Gesellschaft von morgen aussehen?

Wie Bildung vererbt wird

Man könnte meinen die Schüler*innen habe ihre Zukunft selbst in der Hand, die Realität sieht aber anders aus. Faktoren wie ein niedriger sozioökonomischer Status der Familie oder eine nichtdeutsche Alltagssprache erschweren den Bildungserfolg schon zum Einstieg. Ein erfolgreicher Bildungsweg zielt darauf ab, in der Zukunft ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Chancen, dieses Ziel zu erreichen, sind jedoch ungleich verteilt.

Wieder einmal wird uns durch den Monitor für die allgemeine und berufliche Bildung 2017 der Europäischen Kommission vor Augen geführt: Bildung wird vererbt. In keinem anderen europäischen Land ist der Bildungserfolg so stark abhängig vom sozialen Status und Bildungsniveau der Eltern wie in Österreich.

Öffentliche und frei zugängliche Bildung in Österreich

Gutes zuerst. In Österreich ist das Bildungssystem grundliegend öffentlich und für alle frei zugänglich. Dadurch erhält jedes Kind die Chance, sich in einer pädagogischen Institution zu bilden, Interessen zu entwickeln und ein soziales Umfeld aufzubauen. Das, was für die persönliche Entwicklung der Jüngsten essenziell ist.

Rückstände gilt es aufzuholen!

Jedes fünfte Kind startet in Wien (laut BMBWF/Statistik Austria 2018) ohne ausreichend Deutschkenntnisse in die erste Schulklasse. Dieser Rückstand ist im fortlaufenden Bildungsweg kaum noch einzuholen und wird in den weiterführenden Bildungseinrichtungen größer. Die Auswirkungen dieser Kluft werden durch Schülerinnen und Schüler, die vorzeitig das Bildungssystem verlassen, und bei der Arbeitslosenquote nach der Ausbildung deutlich. Laut AMS (Arbeitsmarkdaten im Kontext von Bildungsabschlüssen 2019) ist die Arbeitslosenquote nach der Ausbildung auf einer Pflichtschule mit 22,3% mit Abstand am Höchsten. Im Vergleich: Die Arbeitslosenquote nach einer Lehre beträgt 6,2%, nach der AHS 5,5% und nach einer universitären Ausbildung 3,2%.

Was kann also getan werden? Eine Zunahme der Pluralität unserer Gesellschaft muss einhergehen mit der Vermittlung von Grundkompetenzen im jungen Alter, wie beispielsweise dem Erlernen der deutschen Sprache. In einfachen Worten ausgedrückt: Dafür werden natürlich finanzielle Mittel benötigt, um diese Strukturen und Prozesse zu erschaffen. Den Kindern kann es dadurch leichter gemacht werden, von Beginn an die gleichen Chancen zu erhalten, ihre Talente und Potenziale zu erkennen und zu entwickeln. Wie kann das ausschauen? Zum Beispiel durch Workshops oder Kurse in Kindergärten, die darauf abzielen, Grundkompetenzen in Sprachen und Allgemeinbildung zu vermitteln. Dafür müsste ein einheitlicher nationaler Rahmenplan geschaffen werden – in Form eines durchgängigen und nachhaltigen Sprachkonzepts.

Die Schule von morgen

Fächer in der Schule, die keiner mochte, kennen wir ziemlich sicher alle. Sind diese Fächer ein Störfaktor in der Bildungsentwicklung eines Kindes? Oder tragen diese zur Allgemeinbildung bei?

Schulfächer, die einen persönlich nicht interessieren, bedeuten meist einen höheren persönlichen Aufwand des Lernens, um eine gute Note zu schreiben. Wichtig ist: Die Jüngsten müssen Spaß am Lernen haben, um eigene Interessen und das damit verbundene Potenzial weiterzuentwickeln. Die Vermittlung umfassender individueller Kompetenzen muss reflexiv, persönlich und sozial gestaltet werden, dadurch würde eine intensivere Bindung zwischen Lehrpersonal und Schüler*innen entstehen. Den Unterricht ressourcenorientiert, selbstgesteuert, herausfordernd, leistungsorientiert und praxisnah zu gestalten könnte ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sein. Wie schon angemerkt müssen die Interessen und Potenziale der Kinder im Vordergrund stehen, warum also nicht forschendes Lernen als durchgängiges Lehr- und Unterrichtsprinzip einführen? Dringend muss sich die Kultur des konstruktiven Umgangs mit Fehlern hin zu einer positiven Fehlerkultur wandeln. Indem wir Fehler begehen und sie einsehen und verstehen, lernen wir diese nicht mehr zu machen. Ein Grundsatz, der auch in der Bildungspolitik gilt und sich auf die Fahne geschrieben werden muss. Die Schüler*innen von heute sind unsere Zukunft.

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